Um in der Darstellung einer selbst gewählten Zeitspanne ein möglichst realistisches Bild zu zeigen, sind in der Regel zunächst Recherchen erforderlich. Diese  Recherchen berücksichtigen in der Regel zwei Dimensionen: Die geographische und die historische.  Man beschäftigt sich also mit der Gewandung einer bestimmten Region zu einer bestimmten Zeit, oder mit der Gewandung verschiedener Regionen zu einer bestimmten Zeit, wobei aber letzteres wiederum eher selten ist. Hierbei stehen als Quellen sowohl Funde, Abbildungen, als auch Texte zur Verfügung.

 Die beste Quelle sind naheliegenderweise erhaltene Textilien in Museen, da sie im Gegensatz zu Texten und Abbildungen nicht durch die Wahrnehmung oderAbsicht eines Autors gefiltert sind, dem Betrachter unverfälscht vor Augen treten – scheinbar. Denn da textile Artefakte in besonderem Maß unter schädlichen Umwelteinflüssen leiden, verändern sich im Lauf der Zeit Form und Farbe, der Stoff wird brüchig und verrottet. Je nachdem, wo ein Textil die Jahrhunderte verbracht hat und wie es gefärbt wurde, kann der heutige Farbeindruck völlig verfälscht sein und wichtige Teile können fehlen. Zumindestens lassen sich hier Schnitte am ehesten nachvollziehen und zu reproduzieren.

Bildliche Darstellungen hingegen können gefiltert sein, denn verschiedene Menschen nehmen das gleiche Objekt je nach Bezugssystem mit unterschiedlichen Gewichtungen wahr. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass der Künstler nur das wiedergegeben hat, was ihm in seinem Bezugssystem wichtig erschien. Letztlich könnte der Künstler eine bestimmte, eine an seinem Bezugssystem orientierte, aber dem heutigen Betrachter meist nicht bekannte Absicht gehabt haben und sich insofern möglicherweise gewisser künstlerischer Freiheiten bedient haben, um diese zu verfolgen. Daher sind Bildquellen umso brauchbarer, je mehr Informationen es über den Zeitgeist und den Künstler gibt und je mehr Abbildungen es von der Hand verschiedener Künstler gibt, und das ist erst mit dem Ende des Mittelalters der Fall. Besonders ist dies ersichtlich wenn man spätmittelalterliche Darstellungen betrachtet, die mehrere Jahrhunderte zurückliegende Zeiträume zum Gegenstand hatten.

Bei Texten gilt im Wesentlichen das über Abbildungen gesagte. Dazu kommt das Problem des Textverständnisses: Ein Text kann übersetzt sein (dann wirkt der Übersetzer als zusätzlicher Filter) oder in einer alten Version der Muttersprache des Lesers vorliegen, in der gewisse Wörter andere Bedeutungen haben als heute oder deren damalige Bedeutung verlorengegangen ist – was dem Leser möglicherweise nicht bekannt ist und so zu Fehlinterpretationen führen kann.

Sowohl die Reproduktion bildlicher oder textlicher Darstellungen ist oftmals nur durch Versuche möglich, um festzustellen , ob die Umsetzung den zugedachten Zweck erfüllen kann, oder ob Detailänderungen erforderlich sind, um den Zweck zu ermöglichen. Genau hier möchte ich mit meinen Aktivitäten zur Realisierung Ihrer Vorstellungen ansetzen.